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Face - 2 - Face

Wir haben es geschaft. Kevin und ich (René), in Begleitung von Charlotte und Aileen sind nach der nächtlichen Autofahrt nach Basel nun durch den Check-Inn Schalter vom Flughafen Basel-Mulhouse am 7. November um 05.00 durchgekommen.

Nachdem wir bereits im September versucht hatten, Plätze am begehrten Face-2-Face Turnier in Amsterdam vom 5.-7. Dezember ‘08 zu ergattern, stehen wir nun in der Wartehalle vor dem einsteigen in das Flugzeug. Nicht, um an dieses super Turnier zu fliegen, sondern wir sind genau einen Monat früher, um eine “offene Selektions-Runde” (OSR), auch in Amsterdam, schiessen zu können. Das Face-2-Face ist leider ausgebucht. Hier besteht aber noch die Möglichkeit, um eine dieser 4 begehrten “Wildcard” in unserer Compoundklasse zu ergattern, um mit dieser dann im Dezember starten zu können.

Federico stösst einen Tag später in Amsterdam auf uns und wir verbringen diesen Samstag natürlich zum shopen, essen, fotografieren…. bis in die späte Nacht in der Stadt. Sonntagmorgen geht’s los. Nach einem 20minütigen Marsch vom Hotel zur Clubhalle (es war wirklich eine Halle, die der Club besitzt), wird uns allen Teilnehmern nochmals der Turnierablauf erklärt. Wir drei, Federico, Kevin und ich werden in jeweils verschiedenen Gruppen eingeteilt. Es sind 4 Gruppen mit jeweils 6 Schützen. In diesen Gruppen wird nun so aufgeteilt, dass jeder einzelne Schütze 12 Pfeile lang einen Gegner erhält. Der Schiessritmus ist heftig, da “nur” 90 Sekunden jeweils vorgegeben sind und die Nerven sind angespannt. Da schiesst mann gegen den ersten Gegner, hast du mehr Ringe nach 12 Pfeilen, erhälst zu 2 Matchpunkte. Verlierst du, ok, ganz einfach, keine Punkte. Bist du Ringgleich, zum Beispiel 114 : 114, erhalten beide einen Matchpunkt.

So kämpfen wir also alle. Kevin kommt mit Sagenhaften 10 Punkten (alle Matchs gewonnen) ganz locker über diese Runde. Federico und ich dürfen mit jeweils 9 Punkten auch weiter. Jetzt geht es in einer anderen Art weiter: “The Best of seven”. Jetzt stehen sich einzelne Schützen direkt gegenüber, einer kommt weiter, einer fällt raus. Also Finalmässig, ausser: Es wird pro Passe, also über die 3-Pfeilpasse gewertet. Hast du 29 Ringe und dein Gegner 28, also 1 Punkt für dich. in der nächsten Pase hat dein Gegner 30 und du 29, so erhält der Gegner den Punkt. So geht es weiter, bis ein Schütze 4 Punkte gewinnt. Also im Extremfall 7 3-Pfeil Runden schiessen. In diesem Achtel-Final lässt Kevin seinem ersten Gegner wieder keine Chance: 4:1. Federico macht es spannend, wackelt sich mit Gewonnen und Verloren auf 3:3 hinauf. Sein letzter Match wird wieder spannend, da sie beide 28:28 schiessen. Shoot-Of ist angesagt. Beid schiessen je einen Pfeil in den mittleren Spot der 3-fach Auflage. Der mehr in der Mitte steckt, gewinnt. Aber Federico verliert diesen. Oje, für Ihn ist nun Schluss.

Ich mach es wiedermal ungewollt Spannend. Ich verliere die erste und auch die 2. Passe. Ich kann einen Punkt nun für mich ergattern, der Gegner lässt aber nicht locker und holt sich den nächsten Punkt. Es steht 3:1 für meinen Gegner. Ich beginne ernsthaft zu schwitzen. Ich hatte es erwartet, dass mein Gegner gut sein wird, aber nicht so. Ich zittere auf dem Bild herum. Trotzdem 29:28. Einen Punkt wieder für mich. 28:28 heisst es in der nächsten Passe. Das muss wohl nicht sein. Ein Shoot-of. Ich habe Glück, mein Pfeil ist näher dem Zentrum. Jetzt steht es 3:3. Aber es muss so sein, in der letzten möglichen Passe wieder 28:28. Unser beider Nerven liegen voll flach. Im Shoot-Of habe ich wieder Glück… Ich weiss nicht warum, ich habe meinen Gegner umarmt. Ich war voll Happy. So einen Krimi im schiessen hatte ich noch nie erlebt.

Viertelfinal. Mein alter Gegner verrät mir, dass mein nächster Gegner stärker ist. Ich habe aber keine Angst mehr. Ich bin ruhig. Konzentriert. Ich lasse ihn mit 4:0 stehen. Kevin beginnt in seinem Match mit einem 0:1 Rückstand. Lässt ihn dann aber spüren, das dies sein einziger Gewinnpunkt werde: 4:1. Jetzt sind die letzten 4 Schützen auf dem PLatz. Ein deutscher, ein Holländer und wir zwei haben es geschaft. Die Türe zum Face-2-Face ist mit der gewonnen “Wildcard” soben geöffnt worden.

Also stehen Kevin und ich am Abend vom 5. Dezember nun in der grossen Face-2-Face Halle wieder in Amsterdam. 96 Compoundschützen aus aller Welt, unterteilt wieder in Sechsergruppen stehen am Start. Aber da sind nun harte Gegner aufgefahren. Wir kämpfen hart. Kevin erschiesst sich 6 Matchpunkte und wird “nur” dritter in seiner Gruppe. Da er verhältnissmässig wenig Ringe geschossen hat, also 569, so fällt er bereits jetzt aus dem Turnier. Mindestringzahl, um weiter zu kommen, war 574 Rinde auf dem 48. Rang. Bei mir hat es viel besser gepasst, als erwartet. Mit 7 Matchpunkte und 2. Platz in “meiner” Gruppe habe ich mich für den nächsten Match qualifiziert.

Am Samstagvormittag geht es mit der 2. Runde weiter. In meiner neuen Gruppe sind die Schützen deutlich stärker geworden. Es werden wieder 5 Matchs an 12 Pfeile geschossen. “Nur” noch 6 Punkte gewinne ich. Doch dank den 584 Ringen, die ich erreicht habe, komme ich unter die besten 24. Mindestringzahl stand bereits auf 583, also knapp reingerutscht. Samstagnachmittag also die 3. Runde. Die wieder neu gebildete Gruppe wird fast unüberwindlich stark. Ich kämpfe, komme aber mit 5 Matchpunkten auf den 4. Platz in der Gruppe und mit 577 klar unter die gebrauchten 586 Ringe.

Wir beide fliegen nun mit sehr guten Errinnerung an diesen superspannenden Anlass und sehr motiviert nach Hause. Wir beide haben hier auch viel gelernt und wollen das in den nächsten Trainings umsetzen. Jedenfalls: Vieleicht ergibt es sich wiedereinmal, ein solch tolles Turnier mitzubestreiten ;-)

René (15.12.2008)

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