Die 24 Stunden von Vöhringen (D)
Es hat 10 Jahre gebraucht, bis wir mit unserem Club endlich wieder an einem 24 Stunden Turnier vertreten waren. Samstag (13.10.07) früh gehts los. Roger, Kevin und ich erreichen nach 2-einhalbstündiger Fahrt das mit Ungeduld erwartete Turnier in Vöhringen. Kurz die Anmeldung checken, etwas kleines verpflegen, schnell sich etwas in der Toilette entspannen… Und los gehts Punkt 12.00. Roger beginnt die ersten Pfeile zu schiessen. Ich und Kevin stehen ganz ungeduldig hinter der Schiessline und beobachten die Trefferlage mit dem Feldstecher. Roger ist nervöser als er gerne möchte und beginnt verkrampft zu schiessen. Ouhhh… Wir wechseln lieber, Kevin kommt nun zum schiessen, damit Roger sich etwas entspannen und anschliessend auf der Trainingsscheibe sich das Gefühl wieder finden kann. Kevin lässt wie gewohnt die Pfeile spielend auf die Scheibe fliegen. Endlich komme ich zum Zuge und darf Kevin ablösen, um ein paar Passen zu schiessen. Die Zeit verrinnt, aber das Turnier kennt keine Pausen. Ewig hupt das Horn die nächste Passe an. Draussen ist es schon dunkel. Drinnen wird die Lautstärke der Begleitmusik nochmals etwas erhöht.
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Rundherum sind schon die Liegeplätze, Matratzen und Liegestühle gerichtet. Mitternacht, die Hälfte des Turnieres ist erreicht. Die ersten Schützen legen sich hin, um kurz etwas zu schlafen, bis sie wieder ihren Einsatz haben. Wir wechseln im 30 Pfeil Rytmus ab. Einer von uns ist am schiessen, der zweite steht mit Köcher und Release bereit, um einzuspringen, wenn der Schiessende ein Problem hätte. Der dritte hat frei und kann sich etwas im Hintergrund aufhalten oder sich verpflegen. Es wird immer später (oder früher in den Morgen hinein), die Gesichter der noch anwesenden Schützen wirken immer mehr, als dass sie langsam aber sicher in die Jahre kommen. Kevin muss mit grosser Gewalt aus seinem Schlafsack geholt werden, um sich langsam als nächster Schütze bereit zu machen. Wir erleben hochs und tiefs, aber es wird weiter konzentriert die Schüsse gemacht. Drausen ist es schon wieder hell und dick neblig. Es sind nur noch wenige Stunden, die machen wir auch noch fertig. Plötzlich sind es “nur” noch 50 Minuten bis zum Schluss. Wir beginnen mit uns die Konzentration nochmals hochzujagen, indem wir ein Spiel machen: Wenn Kevin oder ich eine Passe unter 29 Ringen schiessen, wird gewechselt. Es funktioniert, keiner möchte den anderen schiessen lassen. Oje, nur noch 5 Minuten, wer darf die Abschlusspasse schiessen. Fertig. Nach 24 Stunden gnadenlosen Körper- und Konzentrationsstress sind wir happy. Nun das Rangverlesen. 2. Platz für uns “Zürcher” Compounder. Das ist voll cool.
Die Heimreise ist aber etwas schwieriger, da ich gegen den Schlaf kämpfen muss. Zuhause fallen mir die Augen vor dem Laptop zu. Keine Chance, ich kann mich nicht mehr wach halten. Im Wohnzimmer trete ich innert kürzester Zeit weg…
René Marbacher 25.10.07
bei den Bogenschützen Zürich einem der ältesten und grössten Bogenschützen Clubs der Schweiz. Gute Trainingsgelegenheiten in angenehmer familiärer Atmosphäre. 

